Feste Plätze in der Gereatrie

Ich komme ja viel rum – das bringt mein Beruf mit sich. Und da ich wirklich viel rum komme, übernachte ich das ein oder andere mal auch im Hotel. Konkret: ich übernachte eigentlich sehr häufig in Hotels. So bin ich ja auch schon einiges an Kummer gewöhnt. Wegen der Handball-WM in Deutschland und der Tatsache, daß die meisten Spiele der deutschen Mannschaft in Halle unweit von meinem derzeitigen Einsatzort stattfinden, war die Hotelsuche dieses mal etwas schwieriger als sonst. Ich landete so unfreiwilligerweise im Hotel Haus Noltmann-Peters in beschaulichen Bad Rothenfelde. Nun ist Bad Rothenfelde ein Kurort und so war schon zu erwarten, daß ich nicht unbedingt zu der Zielgruppe dieses idyllischen Plätzchen gehöre.

Und in der Tat war das erste, was ich erblicken sollte, als ich das Hotel betrat, ein Gehwägelchen. Bezeichnenderweise waren rechts am (Seiten-)Eingang gleich zwei Toiletten. Nun kenne ich das so, daß bei Toiletten unterschieden wird zwischen Männlein und Weiblein. In dem Hotel war es nun so, daß dort an der einen Toilette ein Schild mit einem Männchen war und an der anderen Toilette ein Schild mit Männchen MIT Gehwägelchen. :p

Nun gut, das Loch Zimmer war geht so. Was mich aber völlig auf die Palme gebracht, war das Frühstück. Mal abgesehen davon, daß es eher in die Kategorie dürftig gefallen ist… ich kam gestern in einen Riesensaal mit Schätzungsweise 30 Tischen. Davon waren 4 Tische besetzt. Ich nahm mir einen O-Saft und ein Brötchen und setzte mich an einen freien Zweiertisch, weil ich ja noch meine Kollegin erwartet habe. Da kam eine junge Frau an und erkundigte sich nach meinem Namen. Als ich ihn nannte, meinte sie, daß ich dort eigentlich nicht sitzen würde, aber ich könne sitzenbleiben. Ich schaute ihr noch verwirrt hinterher und wollte schon die Episode in meinem geistigen Papierkorb ablegen, als sie wieder zurückkam und mich fragte, ob es mir was ausmachen würde, wenn ich mich auf MEINEM Platz setzte. Jeder Gast hätte dort einen festen Platz und ich brächte das System durcheinander. Hallo? Es waren 26 Tische frei und es sah gerade nicht danach aus, daß jeden Moment die komplette Geriatrie des Altenheim Burscheid-Nord zum Frühstück geeilt (sic!) käme und es zu befürchten wäre, daß irgendeiner der älteren Herrschaften einen Herzanfall bekäme, nur weil ich auf diesem Platz säße. Sind alte Leute wirklich unflexibel in einem fast leeren Saal sich eigenständig einen freien Stuhl zu suchen?

Die junge Dame geleitete mich zu einem freien Tisch fünf Meter entfernt und wies auf einen der beiden Stühle. Ich fragte noch scherzhaft, ob ich den anderen Stuhl nehmen könnte, was sie verneinte. In dem Moment war mir klar, daß ich in einem Irrenhaus gelandet bin. :crazy: Müßig zu erwähnen, daß natürlich niemand kam, um sich auf meinen ursprünglichen Platz zu setzen. Wenigstens war der gegenüberliegende Stuhl meiner Kollegin vorbehalten, so daß ich nicht mit einem wildfremden Menschen in einem leeren Frühstücksaal an einem Tisch speisen mußte.

Heute morgen, und das ist nun die Pointe dieser lächerlichen Geschichte, kam ich nun wieder zum Frühstück mit dem festen Willen, mich auf dem gegenüberliegenden Platz am Tisch zu setzen, als ich einen mir unbekannten Herrn genau dort sitzen sah. Ich sprach direkt eine Bedienung an. Diese meinte, ich könne mich gerne woanders hinsetzen, damit ich das Frühstück zusammen mit meiner Kollegin einnehmen könnte und geleitete mich zu einem ihrer Meinung geeigneten Tisch – nämlich haargenau den Platz, der gestern morgen noch BÄH war…:roll:

😉:DD

Ich komme bestimmt wieder :wave:

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