Wissenswertes über den Vatikan

Morgen beginnt die Konklave zur Wahl des Nachfolger von Benedikt XVI. Die Nachrichten werden in den nächsten Tagen und vielleicht Wochen gebannt und gespannt nach Rom auf einen bestimmten Schornstein schauen, um zu sehen, ob weißer Rauch aufsteigt, um von einen neuen Papst zu künden. Aus diesem Grunde möchte ich auf einige Fakten hinweisen, die vielleicht nicht der breiten Öffentlichkeit bekannt sind. Denn unterm Strich ist der Vatikan ein äußerst merkwürdiges Staatsgebilde:

Einwohner
Der Vatikan hat 836 Einwohner1, die jedoch aus Platzgründen hier nicht alle namentlich erwähnt werden. Das Bevölkerungswachstum beträgt 0,004% pro Jahr, was bedeutet, dass der nächste Staatsbürger bei dieser Wachstumsrate im Jahr 2043 geboren wird. Ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, ist noch nicht klar. Obwohl… ein Junge ist sehr wahrscheinlich. In der Praxis erweist sich das verhältnismäßig geringe Wachstum der Bevölkerung als ein Segen, denn der Vatikan gilt das überbevölkert mit einer Bevölkerungsdichte von 1900 Menschen pro qm². Zum Vergleich in Deutschland haben wir eine Bevölkerungsdichte von 230 Menschen pro qm². Da die Eingeborenen jegliche Verhütung ablehnen, ist das geringe Wachstum eher überraschend.

Wirtschaft
Im Vatikan gibt es keinen Frisör und im ganzen Staatsgebiet nur einen Supermarkt und eine Apotheke. Das spricht nicht für eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung. Dennoch ist von Wirtschaftsflüchtlingen aus dem Vatikan selten etwas in den Medien zu finden.
Trotz der äußerst schwachen Wirtschaft sind die Staatsfinanzen absolut in Ordnung. Man verzichtet sogar komplett auf eine Umsatzsteuer. Einkommen im Vatikan sind steuerfrei. Im Jahre 2010 erwirtschaftete der Vatikan einen Überschuß von 10% vergleichen zu Ausgaben in Höhe von etwa 350 Mio. €. Aus diesem Grunde wäre ein Betritt zur EU wünschenwert, weil nicht damit zu rechnen ist, dass der Vatikan unter irgendwelche Rettungsschirme flüchten würde.

Medizinische Versorgung
Auch die medizinische Versorgung des Vatikans ist eher unterentwickelt. So gibt es im Vatikan kein Krankenhaus. Damit rangiert der Vatikan noch hinter Kambodscha, wo nur ein Krankenhausbett auf 10.000 Einwohner kommt.3 Überraschenderweise ist trotz der schlechten medizinischen Versorgung keine HIV-Infektion im Vatikan bekannt.

Militär
Die Armee des Vatikans nennt sich die Schweizer Garde und hat eine Stärke von 110 Mann2. Damit kommen auf einen Gardisten 7 Einwohner. Verglichen mit Nordkorea hat der Vatikan also eine größere Armee pro Einwohner. Bei Nordkorea ist das Verhältnis Armee zu Einwohner 1:20. Dafür hört man aber von Atomtests des Vatikans relativ selten etwas. Hm… genau genommen eigentlich nie.

Politisches System
Das Politische System des Vatikans ist schwer zu beschreiben. Auf der einen Seite herrscht absolute Monarchie (das Staatoberhaupt wird “Papst” genannt), man versucht dem ganzen jedoch einen demokratischen Anstrich zu geben, indem in unregelmäßigen Abständen Wahlen stattfinden. Die letzte Wahl fand 2004 statt und die Wahl davor im Jahr 1978! Jedoch sind auch nicht alle Einwohner über 18 im Vatikan wahlberechtigt. Dafür dürfen Nicht-Staatsangehörige an Wahlen teilnehmen, sofern sie unter 80 sind und über einen roten Umhang verfügen.
Außerdem gelangen selten Wahlergebnisse an die Öffentlichkeit. Das Ausmaß von Wahlfälschungen ist offensichtlich, denn die Wahlzettel werden nach der Auszählung verbrannt, so dass eine Überprüfung der Wahl im Nachgang nicht mehr möglich ist. Auf der anderen Seite zeigt das System auch kommunistische Züge, denn es gibt im Vatikan zum Beispiel keinen privaten Grundbesitz.

Sonstiges
Der Vatikan verfügt über keine eigene Müllentsorgung. Stattdessen wird der Abfalltransport durch den Nachbarstaat Italien organisiert.

1http://de.wikipedia.org/wiki/Vatikanstadt
2http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizergarde
3http://www.indexmundi.com/g/r.aspx?v=2227&l=de

Kommentar verfassen