So ging die Bundestagswahl 2013 wirklich aus

Letzte Woche habe ich mir mal den Spaß gegönnt und habe als Motivation, zur Wahl zu gehen, die Wahlergebnisse der letzten Bundestagswahl und der aktuellen Bayernwahl neuberechnet unter Berücksichtigung der Nichtwähler. Dabei kam ein interessantes Ergebnis heraus: Der Anteil der Nichtwähler war in etwa so hoch, wie die stärkste Partei. Und man kann sich deutlich machen, welch Potential für andere Wahlergebnisse dahinter steckt. Nun ist die Bundestagswahl 2013 gelaufen. Die FDP ist überraschenderweise draußen, die CDU/CSU hat mit gerade mal 41,5% an der absoluten Mehrheit gekratzt und nun beginnt die Suche nach einem mehrheitsfähigen Bündnis. Doch wie sieht das Ergebnis bezogen auf die Gesamtbevölkerung aus? Ist die FDP wirklich knapp gescheitert, hat die CDU/CSU wirklich die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich?

2013-09-26 12_29_58-Wahlergebnis 2013

In diesem Diagramm ist das offizielle Wahlergebnis in Bezug auf die gültigen Stimmen (hintere Balken) dem Wahlergebnis in Bezug auf alle Wahlberechtigten (vordere Balken) dargestellt. Da die Wahlbeteiligung höher ist als bei Landtagswahlen, sind diesmal die Nichtwähler in dieser Betrachtung nur die zweitstärkste Kraft, aber immerhin noch mit 27,5% knapp hinter der CDU/CSU mit 29,3%. Und das ist doch schon mal die erste spannende Erkenntnis. Die Union, der bundesweit knapp 270000 Stimmen zur absoluten Mehrheit gefehlt haben, konnte noch nicht mal ein Drittel der Wahlberechtigten hinter sich bringen. Das heißt: der Union wäre fast gelungen mit 18,4 Mio. Stimmen die Alleinherrschaft im Bundestag zu erringen. Auch das ist etwas, was sich der gemeine Nichtwähler vor Augen halten sollte: Durch sein Fernbleiben werden die Parteien unterstützt, die er vermutlich sowieso nicht wählen wollen würde. Wenn man sich nämlich die Unterschiede zwischen den Zahlen anschaut: der Effekt auf die Prozentzahl ist höher, je größer die Partei ist. Die CDU “verliert” so 12% der Anteile, während das zum Beispiel bei den Grünen gerade mal 2,5% ausmacht. Nun bestimmt aber Prozentsatz des offiziellen Wahlergebnis (also bezogen auf die Anzahl gültiger Stimmen) die Sitzverteilung. Und so hätte die Union fast die absolute Mehrheit erlangen können – weil 27,5% der Wähler nicht zur Wahl gegangen sind. Und wenn noch weniger nicht gegangen wären, hätte es eventuell auch für die FDP als auch für AfD gereicht. Wenn mal also das nächste mal eine Wahl ist, sollte man sich das vor Augen halten: man hat einen Einfluß – auch wenn dieser manchmal nur indirekt ist…

Was durch das knappe Scheitern von zwei Parteien sowie dem mittlerweile recht hohen Anteil an sonstigen Parteien neu ist: Fast 7 Mio. Stimmen sind auch nicht im Parlament vertreten, weil die Parteien an der 5%-Hürde gescheitert sind. Das sind bezogen auf die Zahl der gültigen Stimmen immerhin fast 16%! 16% der Wähler sind nicht mehr im Bundestag vertreten… nur mal so als Zahl zum Nachdenken.

In diesem Sinne
Tot ziens

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