Headhunter sind manchmal echt ‘ne Plage

Personalvermittler machen ja eigentlich auch nur ihre Arbeit. Und ich kann mich auch nicht über diesen Berufszweig groß beschweren, denn immerhin habe ich eine sehr gute Stelle im letzten Jahr mit Hilfe einer sehr guten und kompetenten Personalvermittlerin gefunden. Sie hat auf Anhieb ein Angebot gefunden, das größenteils meinen Vorstellungen entsprach. Und mit diesem ersten Angebot habe ich mich dann auch entschlossen den Arbeitgeber zu wechseln und bin recht zufrieden mit meiner Entscheidung.

Doch es gibt auch andere Personalvermittler… die sind eher eine Plage. Sie versuchen mit aller Macht Kontakt aufzunehmen und denken, sie wären die einzigen, die gute Jobs im Portfolio haben. In meiner Zeit in der Beratung habe ich schon oft mit den hanebüchenen Stories zu tun gehabt, mit denen die Headhunter versucht haben, an unserer Rezeption vorbei zu telefonieren und mich zu erreichen. Der unverschämteste Headhunter behauptete doch tatsächlich, dass er mit mir unbedingt über meine Vorlesung, die ich an der Uni Heidelberg halten würde, sprechen müsste. Müßig zu sagen, dass sowas leicht als plumper Versuch enthüllt wird. Ich habe mal einem Headhunter versucht zu erklären, dass ich ein solches Gebahren höchst unsersiös finde und ich unter solchen Umständen absolut nicht bereit wäre (selbst wenn ich Wechselabsichten hätte), diesen Menschen meine berufliche Karriere anzuvertrauen. Denn es gehört da schon ein nicht unwesentliches Maß an Vertrauen dazu, wenn ich meine weitere berufliche Entwicklung in die Hände eines Personalvermittlers lege.

Und neben diesen Kontaktversuchen gibt es noch die, die mich über mein XING-Profil kontaktieren. Die meisten sind harmlos und ich lese interessehalber mir mal die Nachricht durch und das war es. Häufig merkt man schnell, dass die Vermitteler das Profil nicht vollständig gelesen haben und bieten Dinge an, die absolut nicht zu meiner Qualifikation passen. Offenbar verschicken diese Zeitgenossen einfach nur wahllos ihren Serienbrief an alle Profile, die ihre Suchanfrage bei XING ausgespuckt hat. Aber es geht noch plumper. Carolin hatte offenbar überhaupt keine Lust sich mein Profil anzuschauen und zu überlegen, ob die mir einen Job, der zu mir passt, anbieten könne. Und so bekam ich folgende Nachricht:

2014-06-28 13_37_51-Karriere _ XING

Ich war echt sprachlos, weil das war echt eine läbsche Art. Das schrie regelrecht nach einer Antwort. Und so habe ich auf Facebook gefragt, welchen Job als Antwort geben sollte. Die Beteiligung war rege und ich habe mich daraufhin für den Bundespräsidenten entschieden. Hier meine Antwort:

Hallo Frau D.,

erstmal vielen herzlichen Dank für Ihre Nachricht. Sie hat mich tatsächlich zum Nachdenken angeregt und ich denke, dass ich mich in der Tat beruflich neu orientieren sollte. Dabei glaube ich, dass ich hier gar neue Wege beschreiten sollte. Um Ihre plumpe Anfrage ganz konkret zu beantworten: Ja, da gibt es eine Stelle, die mich zu einem Arbeitgeberwechsel überzeugen könnte, nämlich die des Bundespräsidenten. Ich bin nach langer Überlegung zu dem Schluss gekommen, dass ich hierzu alle notwendigen Voraussetzungen mitbringe:

* Ich bin deutscher Staatsbürger.
* Ich bin über 40 Jahre alt – leider!
* Ich besitze das Wahlrecht.

Darüberhinaus bin ich integer und habe mich auch noch nie zu einem Mallorca-Urlaub einladen lassen.

Alles in allem denke ich, dass ich zu dieser Stelle geeignet bin. Außerdem habe ich dann nur noch repräsentative Pflichten und muss keine Verantwortung mehr im Job übernehmen. Und das bei einer besseren Bezahlung und großzügigen Altersvorsorge. Außerdem bekäme ich einen fetten Dienstwagen und eine schnucklige Dienstwohnung in Berlin. Da kann mein Arbeitgeber leider nicht mithalten. Die Konditionen erscheinen mir so attraktiv, dass ich in Kauf nehmen würde, dass die Stelle zunächst nur auf fünf Jahre befristet wäre.

Ich würde mich freuen, wenn Sie hierzu ein Bewerbungsinterview arrangieren könnte. Sobald Sie hierzu Terminvorschläge haben, dürfen Sie sich jederzeit bei mir melden. Sie erreichen mich telefonisch unter der Nummer: 0163-1737743

So verbleibe ich mich mit freundlichen Grüßen
Dr. Dirk P.

Leider habe ich die Fähigkeiten der FRau etwas überschätzt, denn bislang habe ich noch keine Antwort zu meinem Schreiben erhalten. Dabei habe ich mich schon im Schloß Bellevue gesehen…

In diesem Sinne
Tot ziens

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