Better call Jimmy McGill

Das Breaking Bad-Fieber hat mich erst sehr spät ereilt. Erst vor wenigen Monaten habe ich mir die Serie auf Netflix angeschaut und war direkt Feuer und Flamme. Die Serie war ein Husarenritt zwischen schwarzen Humor, Drama, Krimi und einigen Grausamkeiten. Ich war erleichtert und traurig zugleich, als die letzte Folge von Breaking Bad über den Bildschirm flimmerte. Doch seit gestern kann man den offiziellen Nachfolger von Breaking Bad bei Netflix sehen: Better Call Saul.

Screenshot vom Netflix-Trailer zu Better Call Saul auf Youtube
Screenshot vom Netflix-Trailer zu Better Call Saul auf Youtube

Die neue Serie handelt von dem schmierigen Anwalt von Walter White, Saul Goodman. Die Handlung spielt sechs Jahre vor der Breaking Bad-Serie. Es ist ja immer ein Problem, ein Spin-Off zu starten. Zuviel Erwartungen werden in eine solche Serie gesteckt, so dass eine Enttäuschung programmiert ist. Doch die ersten beiden Folgen, die seit gestern bei Netflix zu betrachten sind, machen deutlich, dass “Better Call Saul” da anknüpft, wo Breaking Bad aufgehört hat. Die Anfangssequenz – komplett in schwarz-weiß gehalten – zeigt Saul als Bedienung eines Kaffees, der Blut und Wasser schwitzt, als er einen Schlägertyp sieht in der Annahme, dass man ihn nun aufgespürt hätte. Später sitzt er zu Hause und schaut sich eine Videokassette (an die jungen Leser: das ist der Vor-Vorgänger einer Blu-Ray) mit seinen Werbespots an.

Dann springt man zurück in die Zeit, wo Saul Goodman noch Jimmy McGill hieß. Man merkt direkt: viel besser ging es dem Protagonisten zu dieser Zeit nicht: hat es nicht leicht. Sein fensterloses Büro liegt im Keller eines Beauty-Salons, wo er offenbar auch schläft. Vor Gericht musste er gerade drei Halbstarke verteidigen, die besoffen mit dem Kopf einer Leiche Sex hatten. Und dabei gefilmt wurden. Er fährt ein Auto, das nach eigener Aussage nur dann 500 Dollar wert wäre, wenn auf dem Rücksitz eine 300-Dollar-Nutte sitzt. Und zur Krönung muss er mit seiner Tätigkeit, seinen älteren Bruder Chuck irgendwie über Wasser zu halten. Dieser ist zwar eigentlich ein millionenschwerer Star-Anwalt, hat aber aus unerfindlichen Gründen eine Phobie vor elektromagnetischer Strahlung entwickelt und traut sich jetzt gar nicht mehr aus dem Haus. Dementsprechend hat er auch kein Einkommen.

Eine deprimierende Ausgangssituation. Und es kommt noch schlimmer: [Achtung: Spoiler!] Denn gibt ein Wiedersehen mit dem Drogenbaron Tuco. Saul engagiert zwei Skater, die Unfälle vortäuschen, um so Entschädigungen zu erpressen. Eigentlich will Saul die Frau eines potentiellen Klienten so für sich gewinnen, um an einen millionenschweren Fall zu kommen. Doch die Skater geraten an das falsche Auto, in dem Tucos Oma sitzt und die Fahrerflucht begeht. Die Skater denken, sie könnten wegen der Fahrerflucht noch mehr Geld machen und kommen so Tuco in die Quere. Der Rest ist Breaking Bad mindest ebenbürtig – Psychokrieg und Tucos verquerer Logik inklusive.

Fazit: die ersten beiden Folgen sind absolut vielversprechend. Die Serie hat einen klaren Bezug zu Breaking Bad, aber emanzipiert sich sofort von dem Vorgänger. Und bereits nach zwei Folgen gibt es einige interessante Handlungsfäden, deren Verlauf man nicht verpassen möchte. Da Netflix jede Woche nur zwei Folgen veröffentlicht, ist es durchaus Geduld angesagt, wenn man erfahren möchte wie es weitergeht. Ich kann auf jeden Fall Folge 3 & 4 kaum erwarten.

In diesem Sinne
Tot ziens

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