Das alte Altavista-Logo

Opa erinnert sich: Teil 2 – AltaVista

Selbst den Internet-Powerusern mag dieser Gedanke fremd sein, aber er ist wahr: Es gab schon das Internet, bevor es Google gab. Doch wie konnte man denn ohne Google nach Inhalten suchen? Die häufigste Antwort in der Prä-Google-Ära war AltaVista.com. Altavista war 1997 als ich die ersten Berührungspunkte mit dem Internet quasi das Nonplusultra was Suchmaschinen anging. Klar, es gab noch andere Suchmaschinen: Mit Excite und Lycos seien nur zwei bekannte Namen der Suchmaschinen aus der Frühzeit des Internets genannt. Und Yahoo! war seiner Zeit ein reiner Suchkatalog, bei dem man Webseite über kategorisierte Verzeichnisse gefunden hat. Altavista hatte damals vielleicht den Marktanteil, den heute Google inne hat. Aber zumindest in meinem Umfeld war Altavista das Mittel der Wahl. Ich habe immer wieder die genannten Alternativen versucht (Excite, Lycos, Infoseek) und auch rein deutsche Suchmaschinen wie Aladin oder Fireball, aber am Ende waren die Ergebnisse von Altavista immer noch am besten.
Das alte Altavista-Logo
Da aber der Algorithmus von Altavista bei weitem nicht so ausgereift wie der von Google war, konnte es sein, dass man auf der Suche nach der gesuchten Seite erst auf Seite 10 oder später auf den Ergebnisseiten fündig wurde. Wenn ich mich recht erinnere, entschied zumindest am Anfang bei Altavista die Anzahl der Erwähnungen des Suchwortes über das finale Ranking in den Suchergebnissen. Das trieb zwischendurch sonderliche Blüten: so bestand die Arbeit der Suchmaschinenoptimierung (SEO) darin, die Suchwörter, mit denen man gefunden werden wollte (z.B. Titten oder nackt), als weißen Text auf weißen Hintergrund zu verstecken. Mit entsprechenden Passagen im Text konnte man seine Webseite so bei Altavista nach vorne pushen. So konnte es einem passieren, dass man die Webseite von Queen erst auf Seite 15 fand, wenn man Altavista nach Queen befragte. Was heute nicht auf Seite 1 oder maximal Seite 2 bei Google gelistet wird, wird einfach nicht mehr gefunden.

Screenshot Altavista

Am Anfang zeichnete sich Altavista durch seine Schlichtheit aus. Die Seite bestand aus einem Logo und dem Suchfeld – fertig. Im Laufe der Zeit kamen immer weitere Services dazu, wie zum Beispiel Babelfish, Altavista-Mail und ein Nachrichtenportal. Man wollte Altavista zum Einstiegsportal ins Internet machen und stand dazu in großer Konkurrenz. Als dann Google die Bühne des Internets betrat, haben mich zwei Dinge beeindruckt: die Schlichtheit der Webseite und die Qualität der Suchergebnisse. Mit einem Algorithmus, der die Anzahl der Links zu einer Seite mit in die Berechnung einbezog, tauchte dann die offizielle Webseite von Queen auf Platz 1 auf, wenn man danach suchte. Dementsprechend bin ich recht früh zu Google gewechselt und habe auch Altavista keine Träne hinterher geweint. Offenbar war ich nicht der einzige, denn Altavista verlor immer mehr an Bedeutung. Die Seite wurde 2001 von Overture übernommen. Dieses Unternehmen entwickelte eine eigene Suchtechnik und wurde selber 2003 von Yahoo übernommen. Seit 2013 landet man mit altavista.com nur noch auf der Yahoo-Seite.

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