vandyrk's Blog 2.0

Von nix 'ne Ahnung, aber zu allem eine Meinung

Bilder aus Prypjat

April 27th, 2013

Die ukrainische Fotografin Alina Ruyda lebt und arbeitet zur Zeit in Berlin. Für eine eindrucksvolle Fotoserie ist sie in ihre ukrainische Heimat zurückgekehrt und hat Fotos aus ihrer Heimatstadt Prypjat gemacht. Prypjat liegt drei Kilometer entfernt vom Unglücksreaktor in Tschernobyl und ist heute eine Geisterstadt. Die Bilder der Serie “Prypjat mom amour”, die sie gemacht hat, zeigen eine dem Untergang geweihte Stadt, die zerfällt und die von der Natur zurückerobert wird. Auf einigen Bildern ist die Fotografin auch selbst. Dabei wirkt sie in dieser unwirklichen Kulisse wie ein Geist in einer Geisterstadt. Es sind faszinierende, aber auch beklemmende Bilder, die man auf ihrer Webseite bestaunen kann.

Vorallem das folgende Bild übt auf mich eine unglaubliche Faszination aus. Ein Baum, der durch den Boden des Zimmer eines oberen Stockwerks durchbricht. Fenster sind nicht mehr vorhanden und die Bodenfließen sind überwiegend kaputt:

Die Natur erobert die Stadt zurück… [Copyright by Alina Ruyda]

Ich finde die Bilder einfach nur großartig und kann ich an dieser Stelle die Webseite von Alina Ruyda nur empfehlen. Auch die anderen Serien sind sehr sehenswert.

Die Fotografin Alina Ruyda nackt in einem verfallenen Zimmer [Copyright by Alina Ruyda]

In diesem Sinne
Tot ziens

Der Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz

April 26th, 2013

Manchmal frage ich mich, ob unsere Politiker keine anderen Probleme haben. So habe ich vor einigen Tagen einen Artikel in Spiegel-Online gelesen, dass einen Vorschlag gäbe, den Platz vor dem neuen jüdischen Museum nach Moses Mendelssohn zu benennen. Die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg sträubt sich jedoch, diesem Vorschlag nachzukommen. Warum? Weil er dem falschen Geschlecht angehörte. Denn das Bezirksparlament hat im Jahr 2005 den Beschluss gefasst, dass Straßen und Plätze zu 50 Prozent nach Frauen benannt werden sollten. Bis das erreicht sei, sollen bei Neubenennungen nur noch im Ausnahmefall Männer geehrt werden. Nun wurden Moses Mendelssohn seit 200 Jahren keine Straße in Berlin benannt, weil er Jude war. Jetzt ist das also nicht mehr ein Hindernis, sondern er war halt keine Frau. Bis hierhin war die Geschichte schon recht skurril, wie ich finde. Aber der Spiegel-Bericht endet mit folgenden Worten:

Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, so heißt es, überlege man nun, um der Geschlechterparität Genüge zu tun, Mendelssohns Gattin Fromet auf dem Straßenschild mitzuehren. Die ist zwar historisch unbedeutend. Aber eine Frau.

Als ich das gelesen hatte, habe ich mal herzhaft gelacht. Diese Spiegelautoren sind ja echte Witzbolde. Ein guter Gag zum Thema Deutscher Regulierungswahn…

Doch im Nachhin ist mir das Lachen im Halse stecken geblieben, als ich gestern im Deutschlandfunk gehört habe, dass die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg tatsächlich diesem Kompromissvorschlag zugestimmt hat. Als Begründung erklärt die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Miriam Noa:

„Mendelssohn verkörpert in herausragender Weise die historischen Werte, für die auch das Jüdische Museum steht. Als erster und prominenter jüdischer Aufklärer verband er selbstverständlich seine jüdische Herkunft mit der deutschen Gesellschaft, der er sich gleichermaßen zugehörig fühlte. Sein Freund Lessing hat ihm in seinem Drama „Nathan der Weise“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Der Toleranzgedanke, das gleichberechtigte Miteinander jüdischer, christlicher und islamischer Religion, sind auch für unser Zusammenleben in Friedrichshain-Kreuzberg und weit darüber hinaus von großer Aktualität. Moses Mendelssohn bietet sich wie kein zweiter als Namenspatron für diesen Platz in der Mitte Berlins an.

Darüber hinaus symbolisieren die Mendelssohns eine für die damalige Zeit erstaunlich fortschrittliche Ehe, die von gegenseitiger intellektueller Bereicherung und Wertschätzung geprägt war.

Es ist deshalb sehr erfreulich, dass die BVV mit ihrem heutigen Beschluss dieses Ehepaar gleichberechtigt ehrt“

Ist das nicht putzig…?

Zum einen: Formal hat durch die Benennung des Platzes nach dem Ehepaares nichts zum Ausgleich der ungerechten Geschlechterverteilung in den Straßennamen beigetragen. Zum anderen: man bemerkt, dass man bei der Begründung der Namensgebung schon um einige Ecken denken muss, um einen Bezug zu Fromet Mendelssohn herzustellen. Und: eine solche Paarlösung erzeugt nur Straßennamenmonster. Ich freue mich schon auf:

  • Der Peer-und-Gertrud-Steinbrück-Weg
  • Die Joachim-Gauck-und-Daniela-Schadt-Allee
  • Die Gerhard-Schröder-und-Doris-Schröder-Köpf-Straße
  • Der Joschka-Fischer-und-Edeltraud-Fischer-und-Inge-Vogel-und-Claudia-Bohn-und-Nicola-Leske-und-Minu-Barati-Platz

Gerade der letzte Vorschlag würde das Unverhältnis zwischen Männer und Frauen in Straßennamen deutlich ausgleichen…

In diesem Sinne
Tot ziens

Sturm im Wasserglas wegen Fake-Dr.

April 19th, 2013

Gestern berichtete der Spiegel über eine Razzia bei der Bloggerin Eva Ihnenfeldt in ihrer Privatwohnung sowie an ihrem Arbeitsplatz bei den Ruhrnachrichten. Dabei konnte man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Razzia allein wegen eines Blogeintrags der Dame vom 23.März des letzten Jahres (also 2012) erfolgte. In diesem brüstet sich Frau Ihnenfeldt damit, dass sie sich zum Geburtstag einen Fake-Doktortitel (Dr. h.c. of Ministry [USA]) gegönnt hätte. Immerhin ist das Führen von nicht rechtmäßigen Titeln nach § 132a StGB „Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen” eine Straftat, die mit Geldstrafe oder einem Jahr Gefängnis geahndet wird.
Ui, wird das der ein oder andere sagen: Ist das nicht was unverhältnismäßig für einen dummen Scherz? Denn genau dieser Eindruck wird in dem Artikel erweckt. Und in den Kommentaren wird dann auch postwendend von Stasi-Methoden gesprochen und auf die Justiz und unseren Staat insgesamt geschimpft. Nun ja, jetzt muss man sich nicht wundern, dass wenn man sich mit einer Straftat brüstet, die Justiz dann irgendwann auch tätig wird. Jan Theofel faßt es in seiner Betrachtung der Affäre eigentlich ganz gut zusammen:

Und auch wenn das als Scherz beschrieben ist – ein Scherz macht aus einer Straftat nicht plötzlich eine zulässige Handlung. Wenn ich in meinem Blog darüber scherzen würde, dass ich ein Heft am Bahnhofskiosk geklaut hätte, müsste ich wohl auch mit einem Besuch der Polizei bei mir rechnen.

Liest man jedoch den Spiegel-Artikel ganz durch, sollte man jedoch stutzig werden. Denn nachdem die Unverhältnismäßigkeit der Hausdurchsuchung durch viele rhetorische Fragen kritisiert wird, läßt man gegen Ende die Staatsanwaltschaft zu Wort kommen. Und dabei heißt es:

Bei der Staatsanwaltschaft heißt es, man habe ursprünglich gegen den Verkäufer der Titel ermittelt. Dabei sei man auch auf einige Dutzende Titelkäufer gestoßen, auf die dann die Ermittlungen ausgeweitet wurden.Bei der Staatsanwaltschaft heißt es, man habe ursprünglich gegen den Verkäufer der Titel ermittelt.

Ach so, man ermittelte gegen den Hehler und hat dabei verständlicherweise auch die Kunden irgendwann ins Visier genommen. Möglicherweise kannte die Staatsanwaltschaft noch nicht mal den Blogartikel von Frau Ihnenfeldt (was mich bei weitverbreiteten Ahnungslosigkeit über das Internet nicht sonderlich überraschend ist). Natürlich gibt es auch in den Ruhrnachrichten (Frau Ihnenfeldt ist dort ja Journalistin) einen Bericht über diesen Vorfall. Dort ist von 60 Beschuldigten in dieser Sache die Rede.
Nichtsdestotrotz wird dies natürlich als willkommenen Anlaß genommen, sich über Verschwörungstheorien auszulassen. Da wähnt sich die Autorin Opfer einer perfiden Rache-Kampagne:

Hinter der Durchsuchung ihrer Wohnung und Büroräume vermutete Eva Ihnenfeldt einen Racheakt von prominenten Ehrendoktoren, die sie in ihrem Blog erwähnt hatte.
„Will man mich als fröhliche Bloggerin zurechtweisen und ein wenig einschüchtern?“

Klar, die erwähnten Herren Dr. h.c. Wolfgang Thierse, Dr. h.c. Joachim Gauck und Dr. h.c. Carsten Maschmeyer haben nichts besseres zu tun, als gegen einen inhaltlich dünnen Blogartikel in dieser Form vor zu gehen.

Es ist schon faszinierend, dass in Zeiten von Zypern-Krise, Boston-Attentat, Nordkorea-Konflikt, Bundestagswahlkampf, Frauenquote in Vorständen, Champions League-Halbfinale und Explosion in einer Düngermittel-Fabrik in Texas die Medien immer noch Zeit und Muße für die wirklich wichtigen Dinge im Leben finden.

In diesem Sinne
Tot ziens

Finde den Fehler

April 19th, 2013

Es ist doch immer wieder faszinierend, was man so für Schnäppchen im Internet findet. So auch diesen wunderbaren Fiat Punto aus dem Jahre 2000. Bei einem Kilometerstand von 100.000 km möchte der Besitzer nur noch 500,- € für dieses Schmuckstück haben. Aber irgendetwas erscheint mir an der Anzeige etwas unlogisch. Ich kann mir nicht helfen…

Fiat Punto als Schnäppchen – aber irgendwas stört mich da….

Das Schnäppchen der Woche

April 12th, 2013

Nachdem die herkömmliche Glühbirne vom Nachtlicht unseres Sohnes innerhalb von Wochen schon wieder kaputt gegangen ist, war ich es satt und habe im Netz nach einem neuen Nachtlicht gesucht. Schnell wurde ich fündig – auf einer Homepage, die ein Angebot von Amazon anzeigte. Und demnach würde ich beim Bestellen des Reer-LED-Nachtlicht echt Geld sparen. Denn das Nachtlicht war heruntergesetzt von 349,85 € auf sage und schreibe 5,36 €. Für diejenigen, die das gesparte Geld nicht schnell nachrechnen können, für die hat der Webseitenbetreiber die Ersparnis gleich mit ausgewiesen: Mit diesem Angebot spart der Kunde sage und schreibe 188,69 €. Das ist doch was, oder?

Das Schnäppchen der Woche (Der Screenshot stammt – wie man erkennen kann – nicht von der Amazon-Homepage. Die merkwürdigen Preise aber auch nicht)

In diesem Sinne
Tot ziens

P.S.: die Webseite stammt nicht von Amazon.de. Aber immerhin stimmte der eigentliche Preis überein. Bestellt habe ich natürlich auf der Original-Amazon-Webseite. Keine Ahnung, wo man beim Klicken auf “Kaufen bei Amazon.de” gelandet wäre.

Nur das Bildschirm ist zersplittert…

April 10th, 2013

Da stöbert man bei Ebay Kleinanzeigen auf der Suche nach einem günstigen Klapprechner und stößt auf eine Anzeige für einen Acer Laptop, genaugenommen den Acer Aspire 5530. Die Beschreibung liest sich ganz gut, das Teil soll 150,-€ kosten. Nur ein Satz macht mich etwas stutzig…

Produktbeschreibung für ein Acer Laptop bei Ebay Kleinanzeigen

“Nur das Bildschirm ist zersplittert”??? Was das heißt, kann man auf dem nächsten Bild gut erkennen:

Das Bildschirm ist zersplittert

Faktisch ist der Bildschirm nur zu 3/4 nutzbar.

Na ja, wenigstens ist das Inserat ehrlich…

In diesem Sinne
Tot ziens

Send to Kindle

März 25th, 2013

Bei Basic Thinking habe ich einen Hinweis gefunden, dass Amazon nun auch einen Send-To-Kindle-Button für Webseiten anbietet. Mit Hilfe dieses Buttons kann man den Inhalt der gerade aufgerufenen Webseite an seinen Kindle schicken und den Artikel später offline auf dem e-Buch-Lesegerät lesen. Wenn man den Button betätigt, bekommt man eine Vorschau, wie der Artikel auf dem Kindle dargestellt werden würde. Leider werden nicht bewegte Bilder und Videos ausgespart, wie man bei Basic Thinking lesen konnte, sondern auch Bilder überhaupt. Bewegte Bilder und Videos sind eigentlich klar, denn sowas kann der Kindle in der Regel nicht darstellen. Aber normale Bilder könnte man ja in schwarz-weiß umwandeln lassen und hätte sie dann auch in der Kindle-Version zur Verfügung. Wahrscheinlich ist hier aber einfach meine Erwartungshaltung zu hoch. Jedenfalls finde ich diese Möglichkeit sehr praktisch und habe mit meiner eigenen Webseite einen Test gemacht. Denn noch ist dieser Button nicht weiter verbreitet. Aber das Ergebnis ist recht ansprechend:

So sieht ein Artikel dieser Webseite in der iPhone-App des Kindle aus…

Für WordPress gibt es ein Plug-In, das offenbar von Amazon selber angeboten wird. Wer sich nicht auf Plug-Ins verlassen will, kann auch bei Amazon selber sich über den Button informieren. Auch wenn man bei Basic Thinking etwas skeptisch ist bezüglich des Send-to-Kindle-Buttons, so finde ich das eine hilfreiche Idee, die ich mit meinem bescheidenen Blog gerne unterstütze.

Vielleicht findet der ein oder andere Leser diesen Button auch recht hilfreich und möchte Artikel von dieser Webseite auch auf dem Kindle lesen. Leider ist wegen der fehlenden Bilder eine Vielzahl der Artikel dafür nicht geeignet, aber vielleicht wird diese Funktion noch dazu kommen.

In diesem Sinne
Tot ziens

Neue Fotos altern lassen

März 24th, 2013

Spätestens seit Instagram sind Bilder im Retro voll im Trend. Mittlerweile gibt es zig Programme oder Apps, mit denen man Bildern lassen. Auch Corel Paint Shop Pro X5 bietet hier neue Sofortfilter an. Aber ich möchte heute mal zeigen, dass man auch ohne viel Filterlogik sehr leicht Bilder stilecht altern lassen kann.

Ausgangspunkt ist ein Bild, das meine Frau in ihrem letzten Domburg-Urlaub gemacht hat:

Das Ausgangsbild: Blick von der Düne in Domburg in Richtung Zentrum

Zunächst dupliziert man zur Sicherheit die Hintergrundebene. So bleibt das Original immer zur Verfügung und man kann später vorher und nachher gut vergleichen.

Schritt 1: Anpassung der Tonwerte
Über Einstellen –> Helligkeit und Kontrast –> Histogrammanpassung (Strg + Umschalt + H) kann man das Histogramm anpassen. Hier geht es darum, den unteren Regler nach rechts zu ziehen und damit die dunkleren Bereiche zu vergrößern. Keine Angst, wenn das Zwischenergebnis recht krass aussieht. Nach kommt eine Ebene dazu, die das ganze wieder ins Gleichgewicht bringt. Zur Orientierung kann man meine gewählten Einstellungen hier sehen:

Bearbeitungsfenster für die Histogrammanpassung

Schritt 2: Sepiatönung
Was alte Bilder ausmacht, ist die Sepiatönung. Die kann man auf verschiedenen Wegen erreichen. In Corel Paint Shop Pro X5 geht das sehr komfortabel mit Effekte –> Foto-Effekte –> Sepiatönung. Paint Shop Pro schlägt den Wert 100 vor, den man guten Gewissens übernehmen kann.

Schritt 3: Das Bild alt machen
Ein weiterer Aspekt alter Bilder ist, dass sie meistens Scan von Fotoabzügen sind. Diese sind zerknittert und haben Kratzer. Nun gibt es tausende Tutorials, die man Kratzer oder Knicke von Hand einfügen kann. Ich habe aber einen sehr einfachen und effektiven Weg gefunden. Ich zerknülle ein weißes Blatt Papier und scanne das ein. Das kann zum Beispiel zu aussehen:

Mein zerknittertes Papier eingescannt


Dieses Bild füge ich als neue Ebene zu meinem bearbeiteten Bild hinzu. Und zwar als oberste Ebene. Als Ebenenmodus nimmt man dann Überzug. Das Ergebnis sieht ja schon mal vielversprechend aus.

Schritt 4: Bildrauschen>
Wer mag kann noch Bildrauschen über Einstellen –> Bildrauschen hinzufügen/entfernen –> Bildrauschen hinzugfügen hinzufügen. Ich habe mich für ein monochromes, gleichmäßiges Bildrauschen entschieden mit einer Stärke von 10%. Ich finde, man sollte es nicht übertreiben. Aber am Ende ist das ja Geschmackssache.

Schritt 5: Rahmen hinzufügen
Auch dieser Schritt ist optional. Über Bild –> Bilderrahmen kann man einen vordefinierten Bilderrahmen hinzufügen. Um ehrlich zu sein, gefallen mir die meisten von Paint Shop Prp X5 nicht so richtig, außer der Cross-Over-Rahmen, den ich auch hier ausgewählt habe.

Das fertige Endergebnis sieht nun so aus:

Das Endergebnis, nachdem ich dem Bild noch einen Rahmen spendiert habe

In diesem Sinne
Tot ziens

Endlich Verlaufsfilter in Corel Paintshop Pro

März 21st, 2013

Heute habe ich meine bestehende Installation von Corel Paintshop Pro X4 auf die aktuelle Version X5 aktualisiert. Eigentlich wollte ich mir die neue Version erst in Ruhe anschauen, bevor ich was dazu schreibe. Aber dieser Vorsatz hat nicht lange angehalten. Denn als ich ein neues Feature sah, war ich so begeistert, dass ich meine Begeisterung darüber nicht zurückhalten kann. Denn Corel Paintshop Pro X5 verfügt nun über ein sehr flexibles Verlaufswerkzeug.

Wenn ich bisher einen Farbverlauf über ein Bild legen wollte, dann musste ich den Verlauf immer vorab definieren, ohne die Auswirkungen auf das Bild zu sehen. Wenn ich dann den Verlauf nach meinen Einstellungen fertiggestellt hatte, dann konnte ich mit dem Füllwerkzeug zum Beispiel meine Ebene füllen. Wenn mir dann der Gradient des Verlaufs nicht zugesagt hatte, musste ich den Füllbefehl zurücknehmen und den Farbverlauf wieder anpassen. Und dieses Procedere wiederholt sich so lange, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war.

Da waren andere Bildbearbeitungsprogramme weiter. Bei Adobe Photoshop konnte man den Gradient dynamisch während des Füllens anpassen. Wenn der Gradient nicht passte, musste man nur den Befehl zurücknehmen und es erneut versuchen. Das ist noch nicht optimal, aber es war einfacher.

Nun hat Corel nachgelegt und eine in meinen Augen perfekte Lösung geschaffen. Jetzt fragt sich der geneigte Leser, wieso dieser Verlaufsfilter mir so wichtig ist. Ich möchte das und die Funktionsweise des Verlaufsfilter in der neuen Version von Corel Paintshop Pro an einem Beispiel erläutern.

Ich nutze den Farbverlauf zum Beispiel um einen flauen Himmel etwas auf zu peppen. Dazu nutze ich den Ebenenmodus “Überzug”. Ich lege auf die Hintergrund eine leere Ebene und wähle den Modus “Überzug”. Wenn nun in der leeren Ebene dunkle Pixel hinzugefügt werden, wird das Bild an den Stellen dunkler und die Farben kräftiger. Helle Pixel bewirken das Gegenteil. Ein mittler Grauton verhält sich neutral.

Nehmen wir mal das Bild:

Das Ursprungsbild: ein flauer Himmel wegen einer dichten Bewölkung

Der Himmel ist etwas hell, weil es an diesem Tag etwas bewölkt war. Würde ich nun einfach eine Ebene mit dunklen Pixel drüberlegen, wäre aber das ganze Bild dunkler. Ich möchte aber nur den Himmel bearbeiten. Klar, ich kann da mit Maskierungsebenen arbeiten, aber das ist aufwändig. Wenn ich nun einen Farbverlauf von schwarz nach grau oder transparent auf die Ebene lege, verändert sich das Bild nur an den dunklen Stellen der Ebene und die anderen bleiben unverändert. Und durch den Verlauf bekommt man einen fließenden Übergang von dunkel nach hell hin.

Das Bearbeitungsfenster für den Verlaufsfilter

Schauen wir uns das Verlaufswerkzeug in der neuen Version von Corel Paintshop Pro genauer an:

Man findet dieses Werkzeug im Menu über Effekte –> Fotoeffekte –> Verlaufsfilter. Ich hätte es jetzt nicht unter Fotoeffekte vermutet, aber gut.

Man kann zwischen verschiedenen Stilen wählen. Ich nutze meist den linearen Verlauf. Man kann die beteiligten Farben einstellen. In diesem Fall ist es ein Verlauf von Schwarz nach transparent. Mit den Schiebern rechts kann den eigentlichen Verlauf feinjustieren. Aber das entscheidende ist die Linie im linken Vorschaubild. Nämlich mit ihr kann die Ausrichtung und den Gradienten des Verlaufs bestimmen. Und das coole ist nun: durch die Bildvorschau kann ich das Ergebnis sofort sehen. Wenn es mir nicht zusagt, kann ich mit den Regeln und dieser Gradientenlinie das Ergebnis sofort korrigieren. So komfortabel habe ich den Verlaufsfilter noch nicht einstellen können.

Mit bewußt extremen Parametern, um den Effekt zu demonstrieren, sähe das Ergebnis so aus:

Das Ergebnis: der Himmel ist blauer, aber auch die Kontraste werden stärker. Oben rechts sehen die Wolken schon recht dramatisch aus.

In diesem Falle wäre der Himmel zu krass geworden, aber es zeigt ganz gut den Effekt. Und mit wenigen Mausklicks könnte ich nun das Ergebnis noch weiter optimieren.

Mit diesem Feature hat mir Corel das Leben deutlich leichter gemacht.

In diesem Sinne
Tot ziens

Schade, 90elf geht leer aus!

März 21st, 2013

Wenn ich während eines Bundesligaspiels am Rechner gesessen, war meine Wahl, was ich dabei höre, recht klar: 90elf! Nichts gegen die ARD-Bundesliga-Konferenz, aber 90elf ist anders: man kann die Spiele über 90 Minuten verfolgen und dabei sich entscheiden, ob man ein Spiel allein oder lieber der Konferenz lauschen möchte. Die Kommentaren war alle kompetent und 90elf hat sogar den ein oder anderen Kultkommentator aus dem Ruhestand geholt (Manni Breuckmann). Kurzum: Wenn der Effzeh spielt, kann ich bei der Bearbeitung meiner Fotos, das Spiel hören, mitfiebern und mitleiden.

90elf hat dabei einen neuen Markt erschlossen, der zuvor gar nicht als solcher gar nicht existent war: die digitalen Radioübertragung. Was die Menschen hinter 90elf in wenigen Jahren aufgebaut haben, ist aller Ehren wert. Und auch die DLF hat das Engagement und das Ergebnis in den höchsten Tönen gelobt.

Nun hat die DLF die Rechte für die digitalen Radioübertragungsrechte erstmals öffentlich ausgeschrieben. Und zur Überraschung aller ging 90elf leer aus. Und dabei 90elf nicht gegen einen großen Konkurrenten verloren, der auch bereits live übertragt. Nein! Man hat gegen Sport1 verloren. Ja, Sport1. Diesen Sender, dessen Sportanteil sich meistens auf den Namen beschränkt. Beim dem Sexy-Sport-Clips laufen, die weder sexy noch sportlich sind. Wo meist mehr Titten als Bälle zu sehen sind. Beim dem der letzte Rest von 9live überlebt hat.

Dieser Sender hat nun im nächsten Jahr die digitalen Übertragungsrechte für die DFL. Radiokompetenz? Fehlanzeige…

Jan Bechler von Stehplatzhelden.de bringt es auf den Punkt:

…die DFL hat heute mehreren Parteien signalisiert, dass 90elf das mit Abstand beste, überzeugendste Konzept abgeliefert hat! Am Ende stimmte das finanzielle Gebot einfach nicht.

Es werden sicher nicht die Summen im Spiel sein wie bei den Fernsehübertragungsrechten, wo man von Milliarden sprechen kann. Wenn also das Angebot von Sport1 ein paar Milliönchen höher ausgefallen sein sollte, als das von 90elf, dann kann das in der Summe kaum ins Gewicht fallen. Zumal man davon ausgehen kann, dass 90elf aufgrund der Erfahrung genau weiß, was ein refinanzierbarer und marktgerechter Preis sein wird. Und wenn Sport1 deutlich mehr als 90elf angeboten haben sollte, dann stellt sich sowieso die Frage, wie seriös ein solchen Angebot sein kann.
Klar, man kann sagen: so ist Marktwirtschaft. Aber eines sollte man auch bedenken: Hier bietet jemand ein überzeugendes Konzept (das sagt die DFL selber), das sicher im Sinne der Fans und damit letztendlich auch der Vereine sein wird. 90elf hat bewiesen, dass Fußball im Internetradio funktioniert. Was Sport1 aus den Rechten machen wird, steht in den Sternen. Im schlimmsten Fall werden in der nächsten Saison die Rechte in der Schublade dümpeln, weil Sport1 kein adäquates Angebot zustande bringt. Und 90elf wird vielleicht mit nur dem DFB-Pokal im Programm den Bach runter gehen. Und bei der nächsten Bieterrunde interessiert sich keiner mehr für die digitalen Übertragungsrechte. Da stellt sich die Frage, ob sich die Entscheidung unterm Strich gelohnt haben wird…

In diesem Sinne
Tot ziens

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